FUJIFILM X-T100 – Schicke Einsteiger-Systemkamera mit guter Ausstattung

Mit der X-T100 hat Fujifilm eine neue Einsteiger-Systemkamera herausgebracht. Ist sie vielleicht sogar die beste ihrer Klasse?

Weiter unten findest Du mein Praxistest als Video.

Überblick

Anders als ihre kleine Schwester XA5 bietet die X-T100 einen OLED Sucher. Neu ist das Klappdisplay, das nicht nur nach oben und unten, sondern auch nach vorne geklappt werden kann. Die 4 Einstellräder sorgen dafür das sich nicht nur der Einsteiger, sondern auch der Fortgeschrittene immer noch Wohl mit der Kamera fühlt, das ist gerade bei Einsteiger Modellen häufig nicht der Fall. Im Video unterstützt sie nicht nur Full-HD, sondern sogar 4K. Ist also alles drin, was man benötigen könnte? Die eierlegende Wollmilchsau?

Gehäuse

Fuji typisch ein aus meiner Sicht schönes Design und eine tolle Symbiose aus Klassisch und Modern. Die Verarbeitung ist bezogen auf die Preisklasse super. Am Anfang hatte mich etwas irritiert, dass das Display leicht „klackt“ wenn man etwas stärker drauf tippt. Angesichts der Preisklasse kann ich das aber locker verzeihen. Mit im Lieferumfang ist ein kleiner Griff, das „zerstört“ vielleicht das schlichte Design, dafür liegt die Kamera danach viel besser in der Hand.

Der Sucher ist übrigens der gleiche wie in der großen Schwester, der X-T20. Hier wurde also nicht gespart. Dieser löst über 2 Mio. Pixel auf. Das Display löst über 1 Mio. Pixel auf.

Die Kamera verfügt über einen Mikro HDMI Anschluss und einen Mikro USB Anschluss. Am USB Anschluss wird der Akku auch direkt in der Kamera geladen. Der Akku hält nach CIPA Norm 430 Fotos. Ein weiterer Anschluss ist eine 2.5mm Klinkenbuchse die für einen Kabelauslöser oder einem Mikrofon genutzt werden kann. Was verwendet wird, muss im Menü eingestellt werden. Für die „normalen“ Mikrofone benötigt man also noch einen Adapter, in der Regel von 3.5mm auf 2.5mm, das ist etwas schade, das Fuji hier keinen Standard-Anschluss verwendet für das Mikrofon.

Das Gehäuse selbst hat keinen Stabilisator eingebaut, hier ist man auf die Stabilisatoren in den Objektiven angewiesen.

Kit-Objektiv Fujinon XC 15-45mm F 3.5 – 5.6 (equ. KB 22.5 – 67.5mm)

Das Objektiv ist ein Powerzoom, das heißt das nicht nur der Fokus, sondern auch der Zoom motorisch bewegt wird. Der Zoomring, sieht zwar aus wie ein Ring, er lässt sich aber nur als „Hebel“ bedienen. Es ist sehr einfach verarbeitet und wirkt auf den ersten Blick recht „billig“. Nun gut, der Aufpreis ist 100,- gegenüber dem Body und die Bildqualität ist dafür wirklich gut. Ich finde es immer wieder erstaunlich wie gut die Kit-Objektive heutzutage sind.

Das besondere an diesem Kit-Objektiv ist jedoch, das es umgerechnet auf KB bereits bei etwa 22mm anfängt. Früher waren es 28mm, später wurde 24mm immer beliebter und hier sind es bereits 22.5 mm. Diese 1.5 mm im Weitwinkel sind nicht wenig, auch wenn es so klingt.

Ich habe bei meinen ersten Tests, wie man auch im Video sieht, relativ viel Streulicht bzw. Sonnenstrahlen im Bild sichtbar gehabt. Das hat mich zuerst überrascht. Das mag nicht jedem gefallen, aber ich finde man kann damit super spielen. Als ich das noch einmal reproduzieren wollte für das Video, hat es leider nicht mehr so leicht geklappt. Also nicht wundern, im gewissen Winkel, wenn die Sonne tief steht, klappt es, normalerweise hat man damit aber KEIN Problem. Aber wie ich schon geschrieben habe, als Problem sehe ich das sowieso nicht. Für mich ist das der Charakter des Objektives und entweder man mag es, oder halt nicht.

Sonnensterne sehen bei dem Objektiv jedenfalls super aus und teilweise nicht erst bei Blende 22, sondern auch schon ab Blende 8 hatte ich einen schönen Sonnenstern bzw. „Sonnenstrahlen“.

Makro

Beste Makroeigenschaften hat das Objektiv im Weitwinkel. Arbeitsabstand ca 5 cm (13 cm zur Sensorebene) und erreicht damit einen max. Vergrößerungsmaßstab von 1:4,2.

AF

Der Autofokus arbeitet bei AF-S, also im Einzel-AF wunderbar und ist sehr treffsicher und zuverlässig. Nur hin und wieder möchte die Kamera nicht auf die Nähe scharf stellen, sondern stellt lieber auf etwas weiter entfernt scharf. Toll ist auch der Autofokus auf das Gesicht und noch viel wichtiger und besser der Autofokus auf das Auge. Hier liegt auch ein großer Unterschied zu den Spiegelreflexkameras, die das nach wie vor nicht können.

Bei AF-C also dem Objekt-Tracking bzw. Nachverfolgung merkt man einen Riesenunterschied zu den großen Schwestern X-T20 und erst Recht zu der X-T2 oder X-H1. Wer Sport fotografieren möchte und Bewegung nachverfolgen möchte, der ist bei der X-T100 an der falschen Adresse, das ist definitiv nicht ihre Stärke. Das ist leider etwas enttäuschend gewesen, aber irgendetwas ist ja immer, oder? Ein Vergleichsbericht zu der Sony Alpha 6000, die ja mittlerweile schon über 4 Jahre alt ist folgt noch.

Bedienung

Die Bedienung ist zwar nicht so klassisch, wie bei den anderen Fuji Kameras, aber immer noch einfach und übersichtlich. Ich denke sowohl der Einsteiger als auch der „Ich fotografiere schon seit Analogzeiten“-Fotograf kommt hier gut zurecht. Für Details seht euch bitte das Video an.

Bildqualität

Die Bildqualität ist gut und typisch in der Klasse. Hier würde ich keinen wirklich Unterschied machen. Auch beim Bildrauschen ist es wie schon die letzten Jahre. Bis ISO 1600 muss man nicht groß darüber nachdenken, bis 6400, 12.800 und eigentlich sogar bis 25.600 durchaus noch nutzbar.

Videoqualität

4K? Super oder? Aber bei 15 Bildern pro Sekunde? Kennt ihr noch die ruckeligen Super 8 Filme von früher? Das waren übrigens 18 Bilder/s und heute nutzt man mindestens 24 Bilder/Sekunde. Alles andere zählt heute nicht mehr als film. Um also Einzelbilder herauszuziehen ist der Modus nutzbar, zum filmen, bitte auf 1080p stellen.

Die Kamera unterstützt 24p, 30p, 50p und 60p aber leider kein 25p. Filmen kann man bis zu 29 Min. In Slow Motion zeichnet die Kamera nur 720p auf mit 25p, 50p oder 60p und nimmt in 100p auf, also eine Zeitlupe bis zu 4fach und bis zu 7 Min. Aufnahmenzeit. Leider gibt es hier keine 24p. Möchte man normale und SlowMotion mischen, empfiehlt es sich also in 5op zu filmen. Möchte man eine 4fach Slow Motion nutzen kann man auch im Schnitt auf 25p herausgeben, aber in 50p filmen, ebenfalls SlowMotion in 50p. Da dies genau die halbe Geschwindigkeit ist, kommt es später auch nicht zu Problemen.

Der Filmknopf ist etwas ungünstig platziert, zumindest für diejenigen die gerne filmen. Ebenfalls gefällt mir nicht, das man den Videoknopf 1s gedrückt lassen muss, damit die Kamera die Aufnahme startet.

Toll ist jedoch das im Video zu dem optischen Stabilisator vom Objektiv, noch ein digitaler Stabilisator arbeitet der das Video deutlich ruhiger macht.

Fazit

Die Kamera hat ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis, ist super ausgestattet, toll von der Bedienung und lässt kaum Wünsche offen. Toll ist auch, das eine komplette Anleitung dabei liegt und nicht wie heute typisch nur eine Kurzanleitung. Für Landschaften, Portraits, Kinder usw. kann ich die Kamera uneingeschränkt empfehlen und bietet einen günstigen Einstieg mit viel Luft nach oben, damit meine ich die Erweiterung mit tollen hochwertigen Objektiven die auch gerne mal soviel oder auch mehr als die Kamera kosten.

Einzig abraten möchte ich, wenn ihr eine Kamera für Sportfotografie oder Tierfotografie kaufen möchtet, dann gibt es bessere Kameras. Mit Tierfotografie meine ich jedoch nicht euren Hund der brav vor euch sitzt oder einen Elefanten im Zoo, das kann sie natürlich, sondern einen Vogel im Flug oder ein Pferd was auf euch zuläuft, das ist leider die größte Schwäche der X-T100.

Preis und Verfügbarkeit

Erstauslieferung: Juni 2018

FUJIFILM X-T100 (Gehäuse)
UVP: 599,- Euro

FUJIFILM X-T100 + FUJINON XC15-45mmF3.5-5.6 OIS PZ
UVP: 699,- Euro

Schreibe einen Kommentar